Buchrezension #2: Kleine grosse Schritte – von Jodi Picoult

Buchrezension Kleine grosse Schritte Jodi Picoult

Wieso hab ich’s gekauft?

Ich liebe es, in Buchhandlungen zu stöbern und nach interessanten, spannenden, schönen und faszinierenden Büchern Ausschau zu halten. An diesem Buch bin ich über mehrere Wochen immer wieder vorbeigelaufen und jedes Mal blieb mein Blick auf dem Buchdeckel hängen. Wie sagt man so schön – das Auge liest mit! 🙂
Das Hardcover Buch hat einen so wunderwunderschönen Einband – nur schon deshalb musste ich dieses Buch einfach haben!

Worum geht’s?

Der Roman handelt von der Krankenschwester Ruth Jefferson, die für den unerwarteten Tod eines Neugeborenen verantwortlich gemacht wird. Die Krux an der Sache ist, dass Ruth schwarz ist und der Vater des Babys ein weisser Skinhead. Die Geschichte wird dabei aus drei Perspektiven erzählt; die der Krankenschwester Ruth, des Vaters und Skinheads Turk sowie der von Ruth’s Pflichtverteidigerin Kennedy.  Kennedy ist eine weisse, mittelständische Frau mitte 30 mit Mann und Kind, die scheinbar ein weltoffenes und von Fairness getriebenes Weltbild vertritt. Der Schein trügt jedoch, da man durch die Perspektive von Kennedy auch die subtilen Formen des Rassissmuss kennenlernt.
Der Roman ist dabei so aufgebaut, dass man zuerst in die Geschichten und Schicksale der drei Hauptcharakteren eingeführt wird und im Verlaufe des Buchs dann mehr und mehr die Anklage und Verhandlung von Ruth in den Vordergrund tritt.

Wie hat’s mir gefallen?

Sehr gut! Am Anfang brauchte ich etwas, bis mich die Geschichte völlig gepackt hatte, aber dann war es ein ziemlicher Page-Turner und sehr spannend! Besonders die Kapitel aus der Sicht des Skinheads Turk sind am Anfang grausam und ich musste das Buch ein paar Mal zur Seite legen. Daran zu denken, dass solche Dinge tatsächlich passieren stimmt einem sehr nachdenklich und betroffen. Zudem beschreibt das Buch nicht nur vordergründigen Rassismus sondern zeigt auch, wie kleine Bemerkungen oder die Körpersprache ein Ausdruck von Ablehnung und Vorurteilen sein können. Dadurch macht man sich direkt auch Gedanken über sein eigenes Verhalten.

Mein Lieblingszitat?

Der Roman enhält viele schöne und nachhallende Formulierungen, so dass ich einzelne Passagen mehrmals gelesen und über einzelne Aussagen auch direkt ins Grübeln kam. Besonders gefallen hat mir etwa dieses Zitat, dass Ruth’s Mutter zu ihr sagt, als sie als junge Schülerin die Zulassung zu einer guten Universität bekam (S. 65):

„Du wirst alles Gute, was dir entgegengebracht wird, bekommen – nicht weil du darum bettelst und auch nicht wegen deiner Hautfarbe. Sondern weil du es verdienst.“

Jodi Picoult, Kleine grosse Schritte, S. 65

Fazit

Die Geschichte von Ruth und den anderen Protagonisten ist sehr gut aufgemacht und baut im Laufe des Buches immer mehr an Spannung auf. Kleine grosse Schritte ist ein sehr gelungener Roman, der das Thema Rassismus aus verschiedenen Perspektiven und mit viel Feingefühl beleuchtet und den Leser nachdenklich stimmt. Unbedingt lesen!


Buchdetails

Kleine grosse Schritte | Jodi Picoult
Verlag: C. Bertelsmann | Seiten: 596
Die Hardcover Version des Romans könnt ihr beispielsweise auf orellfüssli zum Preis von Fr. 27.90 erwerben.


Wer hat dieses Buch von Jodi Picoult auch gelesen und welchen Eindruck habt ihr davon? Habt ihr auch andere Bücher der Autorin gelesen und welches hat Euch besonders gefallen? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

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